Es gibt Menschen, die spielen immer den Kasper - ich spiele gerne auch mal etwas anderes. Zum Beispiel Ameisen, Grillen, Wölfe, Esel, Eichen, Frösche und jegliches Getier oder Gestrüpp (die sensationelle Fabel-Welt des Jean de La Fontaine), Postboten ("De Profundis") oder Zauberer ("Der Turm").

Den Spaß am Spiel entdeckte ich auf dem Gymnasium in Lohr. Es folgten lange Lehrjahre mit Workshops, privatem Schauspielunterricht und vielen praktischen Erfahrungen. Meinen Studienort Göttingen suchte ich mir unter anderem aus, weil es an der dortigen Universität eine "Dramaturgische Abteilung" gibt (von der Heinrich Heine offensichtlich noch nichts wusste, sonst hätte er Göttingen in besserem Licht dargestellt).

Um nicht nur "Uni-Theater" zu machen, habe ich in Göttingen diverse Theatergruppen mitgegründet, so zum Beispiel die "Göttinger Kammerspiele", das "Grüß-Gott-Theater-Honolulu", das "Berthold-von-Meckenstein Gedächtnistheater", das "Zer-Kuns-Theater" und die "Theater-Ambulanz Göttingen". Diesen merkwürdigen Bezeichnungen entspricht das Rollenspektrum: Vom verhinderten Betriebsnikolaus ("Die Bewerbung") bis zu einem nach Charles Baudelaire suchenden Adolf Hitler ("Die Reise ins Nichts") war so einiges dabei.