Zeitschriftencover 1982
"Drei Drachen, wild und böse / speien Feuer mit Getöse." Das waren die ersten, drastischen Zeilen, die ich so mit acht oder neun Jahren infolge intensiver Wilhelm-Busch-Lektüre zu Papier brachte. Was schon so feurig begann, entwickelte sich zu einer heißen Leidenschaft, die immer wieder aufflammte und mich nie ganz losließ.

Wie jeder junge Lyriker wollte ich meine Gedichte am liebsten in einer bibliophilen Schmuckausgabe unter das staunende Volk bringen. Aber leider musste ich früh erkennen, dass sich weder das Volk noch (infolge dessen) die Verlage übermäßig für Gedichte interessieren, und schon gar nicht für solche von Leuten, die sie nicht kennen.

So habe ich mich erstmal darauf beschränkt, meine Texte häppchenweise in Literaturzeitschriften zu verstreuen: "Der Rabe", "Der lesende Affe", "Am Erker"...

Die ersten Gedichte habe ich lustigerweise in einer literarischen Zeitschrift für Inhaftierte veröffentlicht: "Litsignale" wurde von einem Insassen der Berliner Haftanstalt Moabit, herausgegeben. In Haft war ich zum Glück bislang nie. Warum auch? Für Gedichte kommt heutzutage ja keiner in den Knast. Wenigstens nicht bei uns! Oder?